Platonische Praxis

Philosophie als Kunst durch Gedankenspiele ein eigenes Ethos zu finden und einzuüben.
Angebot
Ich betreibe eine Philosophische Praxis. Nach einem kostenlosen kurzen Erstgespräch per Videokonferenz biete ich 50-minütige Sitzungen an, die in der Regel online stattfinden. Es sind aber auch bei Bedarf philosophische Spaziergänge oder Cafégespräche möglich. Es gibt keinen Mindest- oder Maximalumfang der Sitzungsreihen, aber ich empfehle mindestens drei Sitzungen.
Neben Einzelpersonen berate ich auch Paare, Freund*innen und Kleingruppen. Gerade das Coaching von Freundschaften ist mir ein besonderes Anliegen, da dies die am meisten unterschätzte soziale Bindung ist und daher den geringsten Support erhält. Ihre Pflege ist ein wichtiger Bestandteil.
Preise
Für Sitzungen á 60 Minuten / 90 Minuten.
Einzelpersonen: 120 € / 165 €
Paare, Freund*innen: 160 € / 220 €
Kleingruppen 3–5 (p. Person): 70 € / 95 €
Im Rahmen meiner Studien für ein Buchprojekt biete ich Menschen, denen das Geld fehlt, kostenlose Stunden an. Bei Interesse und Bedarf können wir gerne über diesen Modus reden, sofern noch Plätze frei sind.
Bitte kontaktiere mich einfach.
Methode
Eine Philosophische Praxis ähnelt vom Grundsetting den bekannteren Praxen, die Psychologische Gesprächstherapien anbieten (beispielsweise Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Systemische Therapie). Es geht also im Kern darum, miteinander ins Gespräch zu kommen. Aber es geht nicht darum, die eigene Innerlichkeit zu erforschen, die dunklen Geheimnisse der eigenen Seele zu finden oder eine Krankheit zu therapieren.
Wer ein Problem mit sich, mit anderen oder der Welt hat und darunter leidet, ist nicht zwangsläufig krank. Gerade in diesen Zeiten ist es mehr als offensichtlich, dass die Welt selbst so problematisch ist, dass es sogar ein Zeichen ausgesprochen gesunder Sensibilität sein kann, wenn man darunter leidet.
Wenn Sie zum einen das Gefühl haben, krank zu sein, und zum anderen dennoch ein Problem haben, das vielleicht sogar Leid verursacht, dann ist die Philosophie der richtige Anlaufpunkt.
In meiner Platonischen Praxis habe ich eine spezifische Vorgehensweise. In Gesprächen modellieren wir gemeinsam das Problem in einem Gedankenspiel, das vier Schritte durchläuft:
- Wir versuchen zusammen eine angemessene Sprache zu finden, um das Problem beschreiben und begreifen zu können.
- Dann bauen wir in Gedanken eine Szene, in der alle wesentlichen Figuren auftreten, die mit dem Problem zu tun haben. Wir versuchen so, alle Probleme, so innerlich sie sich auch anfühlen, wieder dorthin zu bringen, wo sie gelöst werden können: im sozialen Miteinander.
- Schließlich spielen wir virtuell verschiedene mögliche Handlungen durch, die das Problem angehen und prüfen die Ergebnisse.
- Aus dem Gedankenspiel entwickeln wir nun ein Ethos, also eine Haltung, die wir uns, den anderen und der Welt gegenüber einnehmen. Dabei geht es darum, das eigene Verhalten und die Bewertung der eigenen Handlungen, der Handlungen anderer und das Weltgeschehen so einzuschätzen, dass wir selbst damit auf eine Weise leben können, die uns nach unseren Möglichkeiten zufrieden macht. Was wir ändern können, ändern wir: Bei allem, was Zeit, Geduld und die Hilfe anderer benötigt, entscheiden wir, ob wir die Kraft dazu haben, das anzugehen und suchen Verbündete dafür. Bei allen anderen Problemen nehmen wir eine Haltung ein, die uns Schutz bietet vor Gefühlen der Angst, Scham und Schuld, da diese uns lähmen.
Ein ETHOS ist also zum einen ein Set von gedanklichen Sätzen, die uns helfen, ENTSCHEIDUNGEN darüber zu treffen, was wir tun können und möchten, und zum anderen ein SCHUTZ gegen alles, das unsere GEDANKEN angreift und es uns erschwert, diese ENTSCHEIDUNGEN zu treffen.
Wenn das Gedankenspiel ein Ergebnis hervorbringt, das Ihnen plausibel erscheint und mit dem Sie sich wohlfühlen, dann probieren sie ihr künstlich geschaffenes Ethos in der Wirklichkeit aus und prüfen, was es bewirkt und wie es sich anfühlt.
Nach dieser Wirklichkeitsprobe müssen je nach Ergebnis die oberen Schritte abermals durchlaufen werden. Dies kann, muss aber nicht in meiner Praxis stattfinden. Zum Abschluss der Bearbeitung ihres Problems entwickeln wir gemeinsam Übungen – gedanklicher und körperlicher Art, die es erleichtern, das neue Ethos zu festigen.